Georg Büchner
Premiere: 26.09.2025
Schauspiel Dortmund
Regie: Jana Vetten
Bühne: Lan Anh Pham
Kostüme: Camilla Hägebarth
Musik: Kalle Kummer
Dramaturgie: Astrid Reibstein
Bilder: Marian Lenhard
Georg Schorsch Typhus: Kalle Kummer
Prinz Leonce vom Reiche Popo: Viet Anh Alexander Tran
Prinzessin Lena vom Reiche Pipi: Fabienne-Deniz Hammer
König Peter vom Reiche Popo: Ekkehard Freye
Valerio: Stefan Hartmann
Gouvernante: Beatrice Masala
Rosetta: Melek Erenay
Der Hofstaat/ Bewegungschor: Rinesa Berisha, Amelie Budde, Sophie Dahlbüdding, Tara Hegel, Patricia Kalde, Quinn Mengs, Lisa Petersen, Justin Sathiskumar
Zwei Königskinder, ein Knopf im Schnupftuch und die Sinnfrage – ursprünglich als sozialkritisch-bissige Satire geschrieben, verbindet Georg Büchners Klassiker Leonce und Lena Märchen mit Melancholie, Romantik mit Revolte und Poesie mit Popo:
Im winzigen Königreich Popo scheint alles in Ordnung. König Peter vergisst zwar permanent, sich an wichtige Dinge zu erinnern – zum Beispiel sein Volk –, aber Hofzeremoniell und Regierungsgeschäfte gehen ihren gewohnten Gang. Die Untertanen darben wie eh und je und auch sonst besteht kein Grund zur Klage. Nur Thronfolger Leonce mag nicht mitspielen. Voller unbestimmter Sehnsucht hat er so gar keine Lust, standesgemäß die ihm unbekannte Prinzessin Lena von Pipi zu heiraten! Im Lande Pipi dasselbe Bild: Auch Prinzessin Lena entsetzt die Aussicht auf eine Ehe mit jemandem, den sie noch nie gesehen hat: „Warum schlägt man einen Nagel durch zwei Hände, die sich nicht suchten?“ Kurzerhand und unabhängig voneinander beschließen beide Königskinder zu fliehen – und laufen sich prompt direkt in die Arme. Können sie den ihnen zugewiesenen gesellschaftlichen Rollen entkommen? Und auf wessen Rücken wird eigentlich die Komödie der Macht gespielt?
Büchners Weltschmerz-Parodie als humorvoller und bilderstarker Theaterabend mit Live-Musik von Kalle Kummer. Der Musiker, Komponist und Darsteller hat nicht nur die Musik für diese Inszenierung komponiert, er steht auch als Musiker und Büchners Geist „Schorsch Typhus“ zusammen mit dem Ensemble des Schauspiel Dortmund auf der Bühne, ebenso wie sechs junge Dortmunder*innen, die als Bewegungschor den Hofstaat an König Peters Hof lebendig werden lassen.
Pressestimmen:
Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ)
Regisseurin Jana Vetten erntet lang anhaltenden Beifall für ihre Inszenierung mit Fabienne-Deniz Hammer und Viet Anh Alexander Tran.
Der vieldeutige Witz liegt in den satirisch bösen, sozialkritischen Kommentaren von Typhus, und Kalle Kummer, der diese zentrale Figur spielt, ist die Entdeckung des Abends. Der Musiker und Komponist, der auch als Live-Pianist am Flügel und als Sänger auf der Bühne steht, bietet seinen Kollegen und Kolleginnen von der darstellenden Zunft schauspielerisch und sprechtechnisch jederzeit Paroli.
Ruhr Nachrichten
In den Zacken einer Krone mit vielen Treppen dahinter, die Bühnenbildnerin Lan Anh Pham auf die Drehbühne gestellt hat, geht‘s dem Adel zu gut.
Vetten lässt einzelne Bilder von einem dreieckigen Vorhang rahmen, so dass sie wirken wie Briefe aus einer anderen Welt. Wunderschön anzusehen (…)
